My way to Rio – Rugby rockt!

My way to Rio – Rugby rockt!

Die Rugbyspielerin Steffi Gruber auf dem Weg nach Olympia 2016
Rugby in Deutschland? Das galt bisher eher als Randsportart. Doch die Bedeutung des Rugbys wird sich nun nicht nur in Deutschland, sondern global ändern: Anfang des Jahres hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekannt gegeben, dass 7er-Rugby 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio zur neuen olympischen Disziplin wird. Durch die Aufnahme ins olympische Programm erfährt die ursprünglich aus England stammende Sportart nun auch in Deutschland einen Bedeutungszuwachs.

Die Domstadt Köln ist nun vom Deutschen Olympischen Sportbund zum Stützpunkt und Trainingszentrum der deutschen Rugby-Nationalmannschaft der Frauen erklärt worden. Für umgehende Trainingsvorbereitungen wurden alle Nationalspielerinnen aufgefordert ihren Lebensmittelpunkt nach Köln zu verlegen.

Eine Spielerin, die eine solche Einladung erhielt, ist Steffi Gruber. Sie ist 24 Jahre alt und in Backnang geboren. Die letzten Jahre über spielte sie in ihrem Heimatverein, dem RC Rottweil. Seit April 2011 gehört sie dem Kader der 7er-Rugby-Nationalmannschaft an. Die 24-Jährige hatte gerade wenige Wochen zuvor ein Studium der Sportwissenschaften abgeschlossen und plante nun den Jobeinstieg, als sie die Einladung nach Köln erhielt. Das brachte erst einmal die gesamte Lebensplanung durcheinander, da sofort entschieden werden musste, ob sie ihren Lebenstraum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen verwirklichen möchte oder einen anderen Weg einschlagen will.

Unterstützung in der Job- und Wohnungssuche erhielt sie zunächst von Laufbahnberater Horst Schlüter am Olympiastützpunkt in Köln und kurz darauf auch von Janine Bischoff (Projektleiterin Athletenprogramm für die Adecco Personaldienstleistungen GmbH).

Unterstützung durch das Adecco Athletenprogramm
Damit Spitzensportler der A- und B-Kader sich auch jenseits der sportlichen Karriere im Arbeitsmarkt zurechtfinden, bietet das „IOC Athletenprogramm in Kooperation mit Adecco“ seit 2006 Unterstützung an. Weltweit hat Adecco über die letzten acht Jahre hinweg über 10.000 Sportler begleitet, darunter mehr als 400 deutsche Athleten. Steffi Gruber erfüllte alle Kriterien für die Aufnahme in das Athletenprogramm. Zur persönlichen Unterstützung wurde daher recht schnell die Niederlassung Bonn eingebunden. Im persönlichen Gespräch wurde beschlossen, für Steffi Gruber eine flexible und sportlerfreundliche Teilzeitstelle in einem Kundenunternehmen zu finden. Denn nur so würden sich zwei Trainingseinheiten pro Tag verwirklichen lassen.
Niederlassungsleiter Dirk König wurde fündig! Er fand eine Stelle als Empfangskraft in Teilzeit bei der DSG Canusa GmbH. Die Fans sitzen damit direkt vor Ort: zwei Mitglieder der Geschäftsführung der DSG Canusa sind leidenschaftliche Rugbyspieler und gaben Steffi Gruber gerne ihre Unterstützung. Die Stelle konnte sie Ende April direkt antreten.
Somit sind die Grundsteine für das Projekt „Rio 2016“ erst einmal erfolgreich gelegt. Nun kann Steffi Gruber den Olympischen Spielen in Rio vor dem Hintergrund einer gesicherten Lebensgrundlage zuversichtlich entgegen schauen.

dirk-koenig-steffi-gruberSteffi Gruber und Dirk König im Gespräch
Im Interview teilen Steffi Gruber sowie Dirk König von Adecco in Bonn ihre Eindrücke und Erfahrungen mit.
Frau Gruber, wie haben Sie die turbulenten letzten Wochen erlebt?
Zunächst war es sehr stressig, sich in Köln einzuleben und sich zurechtzufinden. Es galt einiges zu bewältigen: vom Finden eines Supermarktes bis hin zur schnellstmöglichen Zugfahrt zum Arbeitsplatz. Doch als ich diese Grundlagen geschaffen hatte, wurde es entspannter. Auch auf der Arbeit war es zunächst stressig, da ich mir viele neue Dinge merken musste. Mittlerweile habe ich mich aber auch da eingelebt und freue mich in Köln zu sein.

Herr König, welchen Eindruck hatten Sie von Frau Gruber bei Ihrem ersten Gespräch? Hatten Sie sofort das Gefühl eine geeignete Stelle für Frau Gruber finden zu können?
Als Erstes waren die Hintergründe der Bewerbung von Frau Gruber sehr spannend. Ich war sofort motiviert, Frau Gruber in dieser Angelegenheit unbedingt weiterhelfen zu wollen. Unser erstes Gespräch verlief sehr offen und konstruktiv. Da Frau Gruber vielen Herausforderungen sehr positiv gegenübersteht, war ich mir schnell sicher, ihr helfen zu können. Wir wollten ihr unbedingt den Start in Köln ermöglichen.

Frau Gruber, was genau sind Ihre Aufgaben bei der DSG Canusa GmbH? Und wie gefällt es Ihnen bisher?
Meine Aufgaben bestehen darin, Telefonate entgegenzunehmen und weiterzuleiten, die ankommende Post zu verteilen und Post zu verschicken, Besucher zu empfangen, Statistiken zu führen und noch vieles mehr. Bisher gefällt es mir ganz gut. Ich finde es interessant, mal etwas ganz anderes als das, was ich eigentlich gelernt habe, zu machen. Außerdem lernt man am Empfang viele nette Menschen kennen.

Herr König, Sie haben mit Steffi Gruber zum ersten Mal eine Spitzensportlerin aus dem IOC Athletenprogramm in Kooperation mit Adecco eingestellt, können Sie sich vorstellen auch künftig weitere Sportler zu unterstützen?
Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Es ist doch sehr reizvoll, Menschen bei der Verwirklichung ihrer Wünsche und Ziele zu begleiten.

Frau Gruber, wie verläuft das Training in den ersten Wochen? Können Sie Sport und Arbeit gut verbinden?
In den ersten Wochen war es schwierig, sich nach der Arbeit noch zum Training zu motivieren. Aber je besser ich mich an die lange Anfahrt von Köln nach Meckenheim und die Arbeit bei der DSG-Canusa gewöhnt hatte, desto schöner war es, mich vor und nach der Arbeit richtig auszupowern. Mittlerweile stellt der Wechsel von Arbeit und Sport kein Problem mehr dar.

Frau Gruber, was sind die nächsten Meilensteine auf dem Weg nach Rio?
Mit der Mannschaft mehr internationale Spielerfahrung zu sammeln und sich bei den Topteams in Europa mehr durchzusetzen. Außerdem möchte ich meine eigene Leistung weiterhin steigern und weitere Schritte nach vorn gehen.