Social Recruiting Survey 2013

Social Recruiting Survey 2013

Wie nutzen Bewerber und Personalverantwortliche Social Media?

Wir haben nachgefragt

Im Frühjahr 2013 hat die Adecco Personaldienstleistungen GmbH eine Umfrage mit Bewerbern und mit Kundenunternehmen durchgeführt. Ziel war, herauszufinden, wie aufseiten der Bewerber und aufseiten der Personaler Social Media genutzt werden, um Stellenangebote beziehungsweise potenzielle Kollegen zu finden. Teilgenommen haben rund 100 Personalverantwortliche und 164 Bewerber.

Download

Die Infografik zur Auswertung und die Einzelgrafiken können Sie hier gerne herunterladen. Bitte geben Sie bei einer Zitierung diese Webseite als Quelle an.

Infografik

Einzelgrafiken (ZIP-Datei, 5.8 MB)

Ergebnisse der Befragung der Personalverantwortlichen

Adecco_Infografik_02-294x2391. In den befragten Unternehmen sind Social Media für die Mitarbeitergewinnung noch nicht das wichtigste Instrument. Ein Drittel der befragten Personalverantwortlichen gab an, dass Social Media für diesen Zweck nutzt.

2. Die Netzwerke werden vermehrt für die gezielte Kandidatenansprache in Anspruch genommen. Das spiegelt sich auch in der Nutzung von Xing und LinkedIn wider: 24 Prozent der Personalverantwortlichen gaben an, Xing zu nutzen, 12 Prozent LinkedIn.

3. Diejenigen, die Social Media nicht nutzen, gaben als wichtigsten Grund für diese Entscheidung die Angst vor der Verletzung der Privatsphäre der Bewerber an (22 Prozent). Danach folgten als weitere Gründe fehlende Kenntnisse und mangelnde Zeit.

4. Ob Personalverantwortliche bereits Kandidaten aufgrund ihres Profils abgelehnt haben, wurde in 93 Prozent der Antworten verneint. Auch wurde das Social-Media-Profil selten als alleiniger Grund für eine Anstellung angeführt. Die klassische Bewerbung hat immer noch einen hohen Stellenrang. Bewerber müssen also nicht bangen, dass ihr Profil in sozialen Netzwerken für den Bewerbungsprozess ausschlaggebend ist.

5. Die Mehrheit der Befragten arbeitete für mittelständische Unternehmen, die der Industrie oder dem verarbeitenden Gewerbe zuzuordnen sind.

 

Ergebnisse der Befragung der Jobsuchenden

1. Die befragte Gruppe gab an, seit mehr als drei Jahren Social Media für die Jobsuche zu nutzen; sie liegen damit vor den Personalern. Die Diskrepanz wird hier deutlich: Jobsuchende möchten sich informieren, Personaler sind aber in den Netzwerken nicht aktiv. (Vergleich Infografik: Nutzen Sie Social Media für die Mitarbeitergewinnung/Jobsuche?)

Adecco_Infografik_05-294x357
2. Die Wichtigkeit der Plattformen für die Jobsuche hat – im Gegensatz zu den Unternehmen und der Mitarbeitergewinnung – eine leicht andere Gewichtung. An erster Stelle steht Xing für die berufliche Vernetzung, gefolgt von Facebook, LinkedIn und Twitter. Die Befragten konnten hier mehrere Antworten geben.

3. Die drei wichtigsten Gründe für Jobsuchende, soziale Netzwerke für die Jobsuche in Anspruch zu nehmen, waren das Sammeln von Informationen über das Unternehmen (24 Prozent), das Aufbauen von beruflichen Netzwerken (23 Prozent) und die Stellensuche auf Firmenprofilen (21 Prozent). Den eigenen Lebenslauf online zu stellen, wurde als am wenigsten wichtig empfunden (14 Prozent). Auch hier spielt die direkte Ansprache eines Wunschunternehmens eine wichtige Rolle. Das Profil einzustellen und auf das richtige Angebot zu warten, geschieht jedoch in den wenigsten Fällen.

4. Kontaktieren Personaler Bewerber? Auf diese Frage haben wir folgende Antworten erhalten: Kontaktiert wird hauptsächlich die Altersgruppe 26 bis 45 Jahre (68 Prozent), diese Personen befinden sich größtenteils in einem bestehenden Arbeitsverhältnis und können ein Diplom (33 Prozent) oder einen Master (13 Prozent) vorweisen.

5. Die Befragten waren zur Hälfte männlich und weiblich und größtenteils im Alter zwischen 26 und 35 Jahren. Auf die Frage nach dem höchsten Bildungsabschluss gaben ein Drittel den Haupt- oder Realschulabschluss an, danach folgten das Diplom und das Abitur. Die Mehrheit der Befragten kam aus den Branchen Industrie, Medizin & Gesundheit und Handel.

Unser Fazit zu den Umfrageergebnissen

1.    Zumindest in der Industrie und dem Mittelstand ergibt sich für uns folgendes Bild: Während die Jobsuchenden Social Media durchaus für relevant erachten, um sich über ein Unternehmen zu informieren oder einen Job zu finden, verwenden die befragten Unternehmen diese größtenteils nicht.

Adecco_Infografik_09-336x288 2.    Soziale Netzwerke bieten meist noch wenige Möglichkeiten, den Nutzern einfach zu erklären, wie sie ihre Privatsphäre schützen können. Die meisten Netzwerke, allen voran Facebook, haben mittlerweile sehr komplizierte Einstellungsmöglichkeiten, um das eigene Profil ganz/in Teilen/gar nicht bestimmten Personenkreisen anzuzeigen. Hier besteht eindeutig noch Aufklärungsbedarf seitens der Netzwerke, um den Beteiligten die Angst vor einer Verletzung ihrer Privatsphäre zu nehmen. Auch Unternehmen müssen sich mehr mit dem Thema „Schutz der Privatsphäre“ befassen. Viele Unternehmen machen es in ihren Unternehmensprofilen bereits vor, indem sie in Gesprächen mit Bewerbern bei privaten Themen direkt einen E-Mail- oder Telefonkontakt anbieten, um sensible Fragen zu klären.

3.    Die Unternehmen, die Social Media für die Kandidatensuche verwenden, nutzen sie durch die direkte Ansprache.

4.    Jobsuchende informieren sich häufig über die Unternehmensprofile in sozialen Netzwerken über das Unternehmen und das aktuelle Stellenangebot  (45 Prozent). Unternehmen sollten deshalb darüber nachdenken, ob soziale Netzwerke nicht doch wichtig für ihre Mitarbeitergewinnung ist. Denn letztendlich zählen hier die authentischen Einblicke in den Arbeitsalltag und das „Schmackhaftmachen“ der angebotenen Stellen.

5.    Personalverantwortliche nutzen soziale Netzwerke, um sich über Bewerber zu informieren, und lassen sich teilweise davon auch in ihrer Entscheidung beeinflussen. Das geschieht aber ausschließlich auf dem „Business-Level“: Von Interesse sind die beruflichen Qualifikationen und Referenzen. Hobbys oder Kommentare interessieren sie dabei weniger.

6.    An der Wirksamkeit der Jobsuche über Social Media muss noch gefeilt werden: Viele der befragten Jobsuchenden haben sich zwar bereits auf einen in Social Media angebotenen Job beworben oder sind schon von Unternehmen kontaktiert worden – allerdings kam dabei selten ein Arbeitsverhältnis zustande. Um die Gründe dafür aufzudecken, müsste man wahrscheinlich den Bewerbungsprozess in Unternehmen beleuchten und auch die Gründe der Bewerber für das Ablehnen eines Angebotes.

7.    Die Unternehmen haben offenbar noch nicht die Zielgruppe „Auszubildende“ für sich entdeckt. Denn diese Altersgruppe mit entsprechendem Schulabschluss gibt an, dass sie sich in soziale Netzwerke informiert und sie nicht direkt kontaktiert wird. Es ergibt sich daher ein direktes Handlungsfeld für Unternehmen: Mittels Direktansprache (Active Sourcing) würde sich sicherlich der eine oder andere Ausbildungsplatz leichter besetzen lassen.